u n t e r n e h m e n


i n h a b e r  &  g r ü n d e r    

Martin Althaus

 

Geboren 1977 als Sohn von Heinrich und Christine Althaus-Lehman in Liestal,  Baselland. Gelernter Feinmechaniker BMS. Spätere Anstellungen in den Bereichen Medizinaltechnik, Gastro-Maschinen- und Anlagenbau trugen zu einer breiten Erfahrung bei. Ein dreijähriger Aufenthalt in Charlotte, NC USA und viele folgende Auslandaufenthalte erweiterten seinen Horizont im industriellen, internationalen Umfeld. Mit Aufgaben im Bereich Service Projekt Management, Unterhalt von Grossanlagen und kleineren organisations-technischen und marketingorientierten Projekten gewann er die nötige Basis, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Per Januar 2016 findet der  Generationenwechsel statt und Martin übernimmt die Verantwortung in der Firma. Neue, innovative Ideen sollen klug mit Erfahrung vereint werden. Gemeinsam verwirklichen Vater und Sohn diesen Schritt.

 

Neben dem beruflichen Engagement schafft ihm das Familienleben mit seiner Frau Simone und den zwei Töchtern den nötigen und wichtigen Ausgleich. Zu den Leidenschaften des Ehepaares gehören Fotografie und Reisen.

 

Heinrich Althaus

 

Er erblickte im Jahre 1941  das Licht der Welt. Aufgewachsen in Oberdorf Baselland, Sohn von Heinrich und Elisabeth Althaus-Plattner. Begeisterter Besucher bei seinem Grossvater Robert Plattner, welcher in Niederdorf als Uhrmacher, Rhabilleur und Pivoteur seinen Lebensunterhalt verdiente. Seine berufliche, pädagogische Laufbahn startete im Seminar in Schiers, GR, wurde durch verschiedene Studiengänge ergänzt, zudem absolvierte er einen zweijährige Ausbildung in den USA, an der Othogenic School of the University of Chicago, bekannt durch Bruno Bettelheim. Im Alter von 41 Jahren verwirklichte er seinen "Jugendtraum" und erwarb berufs-begleitend die Grundlagen in allen Bereichen der Uhrmacherei an der Uhrmacherschule Solothurn. In den nachfolgenden Jahren realisierte er viele spannende, nicht alltägliche Revisionen. Konstruktionen und Herstellung eigener Uhrwerke und Module bilden jedoch den Höhepunkt seiner Tätigkeit.

 

Er und seine Frau Christine Althaus-Lehmann haben zwei Söhne, Heinrich und Martin, und sind heute stolze Grosseltern.

 


d i e  e n t s t e h u n g

Heinrich Althaus erzählt über den Werdegang:

 

"Grossvater Robert Plattner-Wisler war ein ausserordentlich liebenswürdiger Mensch, den ich sehr verehrte, und er war Uhrmacher mit Leib und Seele. Die erste und zugleich letzte Ohrfeige erhielt ich von ihm im Alter von sieben Jahren, als ich in dessen Uhrmacher-Atelier aus Unachtsamkeit eine Schachtel mit soeben sortierten Unruhwellen vom Etabli stiess und in der Folge wegen seines ganz speziellen Gesichtsausdrucks lachen musste. Im Anbau des gleichen Hauses betrieb Grossvaters Bruder, mein „Onkel Mari“, eine kleine mechanische Werkstätte. Diese immens beeindruckende Umgebung war wichtiger Teil meiner früheren Jugend. Ich liebte einfach alles, was mit Mechanik und Uhrmacherei zu tun hatte, und ich durfte schon früh auch regelmässig mit Hand anlegen.

Meinem Vater, Bauernsohn und promovierter Biologe, bedeutete Mechanik jedoch ein Schloss mit sieben Siegeln. Zwar bewunderte er meine diesbezüglichen Fähigkeiten, zeigte jedoch seine grosse Mühe, mich in meinem Wunsch, den Beruf des Uhrmachers oder Mechanikers in irgend einer Form zu erlernen, zu unterstützen. Und grundsätzlich hat er ja auch recht behalten, wäre ich so doch im besten Alter in eine der grössten Krisen der Uhrenbranche geraten. Aber immerhin dürften gewisse Gene meiner Vorfahren auf meine Berufsneigungen noch etwas Einfluss genommen haben, war doch meine Ur-Urgrossmutter Caroline Plattner-Thommen die Schwester von Gedeon Thommen, dem Gründer der Waldenburgerbahn und dem Direktor der damaligen „Societé d'Horlogerie“ in Waldenburg, die er später zu „Thommens Uhrenfabriken (GT)“ ausbaute, die wiederum die Vorgängerin der bis heute noch bekannten „Revue Thommen SA“ war.

Also liess ich mich zum Lehrer ausbilden. Neben diesem, für mich etwas einseitigen, Beruf interessierten mich jedoch auch Landwirtschaft, antike, englische Autos, therapeutische Arbeit mit Kindern, klassische Musik und vieles andere mehr. So folgten im Verlauf der Jahre autodidaktische Weiterbildung, in Basel eine heilpädagogische, danach eine kindertherapeutische Ausbildung in Chicago. Zurück in der Schweiz fand ich in Liestal eine Anstellung als Sonderklassenlehrer, erst in der Mittel-, dann in der Oberstufe.

In dieser Zeit erlitt ich einen Unfall mit einem Finger, der mir das Geigen- und Orgelspiel verunmöglichten. Ich brauchte eine neue Herausforderung; und was lag näher, als die Ausbildung zum Uhrmacher? Mit Unterstützung der Liestaler Schulpflege und der moralischen meiner Frau konnte ich an der Uhrmacherschule in Solothurn das Handwerk erlernen. Ein Glücksfall für mich, hatte ich doch Lehrer, wie man sie sich besser nicht wünschen konnte, die sich einem „ältlichen Schüler“ annahmen, als sei dies das Normalste der Welt. Aber auch die „normalen“ Schüler haben mich mit grösstem Selbstverständnis als einen der ihren aufgenommen. Ich bin ihnen allen zu ganz besonderem Dank verpflichtet.

Und schliesslich kam mir die Talsohle in der Schweizerischen Uhren-Herstellung gar entgegen. Für wenig Geld konnte ich Maschinen und Werkzeuge für eine eigene Hobby-Werkstatt anschaffen, da vieles aus den bisherigen Betrieben der Uhrenindustrie zu tiefen Preisen angeboten wurde. Zu einem Glücksfall für mich wurde ein Besuch der Firma Ronda in Lausen: Unterwegs mit den Herren William Mosset und Kurt Meister in den heiligen Hallen der bekannten Firma stiess ich auf ein Lehrenbohrwerk der Firma Hauser aus Biel. Mit Bewunderung, aber ohne den leisesten Hintergedanken, entfiel mir die Bemerkung: „So etwas sollte man noch haben!“ - „Ist es dir ernst?“ fragte darauf W. Mosset in seiner ganz besonderen Art. „Sicher doch, aber das kann ich mir nicht leisten,“ meinte ich, hatte eine solche Maschine in den Fünfzigerjahren doch um die 100'000 Franken gekostet. Darauf der Firmenchef: „Doch, die kannst du dir leisten! Wir verfügen über drei Stück. Eine bleibt in der Mechanik, die andere in der Lehrwerkstatt, die dritte kannst du haben.“ Ich stand da wie vom Donner gerührt und konnte mein Glück nicht fassen. Ich wusste nicht, dass mich Fortuna in dieser Beziehung beinahe verfolgen sollte ... es gab weitere, wunderbare Maschinen zu Schnäppchenpreisen. Und so war es ja einfach, das Uhrmacher-Handwerk selbst auszuüben.

Ich konnte mein Hobby während der letzten 25 Jahre neben dem Beruf als Lehrer, die letzten fünf als Berufswahlklassen-Lehrer, pflegen, verfeinern und mich auch in der Kunst des Uhrmacher-Handwerks üben, das schliesslich - vorerst noch am Zeichentisch, danach am Computer - auch Berechnung und Konstruktion eigener Uhren beinhaltete."